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Alternative Heilmittel und Methoden

Ich möchte lieber natürliche als chemische Substanzen einnehmen. Was empfehlen Sie mir?
Vertrauen in die Apotheke der Natur ist eine gute Voraussetzung für den Behandlungserfolg. Im psychiatrischen Bereich sind folgende Stoffe von Bedeutung:
– Aus dem Mineralreich: Lithium. Hochwirksam bei manischen Psychosen und als Mood-Stabilizer (Stimmungs-Stabilisierer). Rezeptpflichtig, nur unter ärztlicher Überwachung.
– Aus dem Pflanzenreich: Schlaf- und Beruhigungsmittel, bei Nervosität: Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Melisse. Rezeptfrei.
– Aus dem Pflanzenreich: Johanniskraut, wirksam bei leichter bis mittlerer Depression, besonders Winterdepression. Rezeptfrei.
– Aus dem Tierreich: Omega-3-Fischfettsäuren, ergänzend bei Depression und als Mood-Stabilizer. Rezeptfrei.
– Natürliche Substanzen, die synthetisch hergestellt werden: Melatonin und Tryptophan. Rezeptfrei, Nutzen begrenzt. Von beiden ist eher abzuraten.
Was die Natur nicht zu bieten hat, sind stark wirksame Antidepressiva und antipsychotische Wirkstoffe. Den Nervenzellen ist es letztlich egal, wo das Molekül herkommt, das die Verhältnisse an den Synapsen beeinflusst. Am Ort ihrer Wirkung beruht der Effekt von Naturstoffen wie von synthetischen Produkten auf ganz ähnlichen rein biologischen Vorgängen.

Welche alternativen Heilverfahren kann ich zur Behandlung meiner Krankheit einsetzen?
Alle traditionellen und alternativen Heilsysteme behaupten übereinstimmend, dass sie Selbstheilungsvorgänge anregen. Bei ernsten Krankheitsbildern sind die Möglichkeiten zur Selbstheilung leider oft durch eine Besonderheit der körperlichen Vorgänge blockiert. Therapeuten aller alternativen Richtungen können genügend Erfolge vorweisen, um immer wieder Patienten vertrauensvoll an sich zu binden. Dabei arbeiten sie mit bildhaften Vorstellungen. Wirkmächtige Bilder erklären das Leiden und leiten den Heiler an, auf welchem Wege Abhilfe zu schaffen ist. (Vitalstoffmangel? Nahrungsergänzung! – Unbewusste Konflikte? Aufdeckende Psychotherapie!) Jedes Bild, das sowohl dem Heiler wie dem Leidenden einleuchtet, kann beim Patienten dazu führen, dass es ihm besser geht. Es kommen jene autonomen Regulationen in Gang, die wieder zum körperlich-seelischen Gleichgewicht führen. Innere Bilder und Erwartungen wirken ähnlich wie biologisch aktive Medikamente, einschließlich aller Risiken und Nebenwirkungen. So gesehen mögen die meisten Heilungsverläufe vollständig oder zum größten Teil auf „Einbildung" beruhen. Es gibt keinerlei Grund, sie deshalb als trügerisch abzuwerten. Die Fähigkeit zur Selbstregulation mittels mentaler Vorgänge ist das besondere Kennzeichen von menschlichen Lebewesen.
In einer vertrauensvollen Beziehung zwischen Heiler und Patient wird jeder Behandlungsschritt innere Bilder anregen und damit Veränderungen in Gang setzen. Ein wohlwollender und kompetenter Therapeut achtet darauf, dass vorwiegend heilsame und stärkende Bilder zur Wirkung gelangen. Andere sichern sie sich ihre Macht über die Leidenden, indem sie mit bedrohlichen Vorstellungen arbeiten. („Verschlackung des Stoffwechsels“, „karmische Belastungen“ und dergleichen mehr.) Patienten sollten daher auch mental nicht alles schlucken, was Therapeuten ihnen nahelegen. Was einen beunruhigt und verstört, kann nicht heilsam sein.
Was folgt daraus für Psychiatriepatienten? Nutzen Sie die menschlichen Qualitäten von alternativen Therapeuten, aber richten Sie Ihre Hoffnungen nicht leichtgläubig auf „alternative" Heilmethoden! Zu einer wissenschaftlich begründeten, individuellen und respektvollen Behandlung von psychisch Kranken gibt es keine Alternative. Suchen Sie sich einen selbstkritischen Psychiater, der sich wissenschaftlich auf dem Laufenden hält. Vor allem aber einen, dem sein Beruf Freude macht. Dafür besitzt jeder Mensch ein untrügliches Gespür, und diesem Gespür sollten Sie in erster Linie folgen.

Kann ich in einer homöopathischen Behandlung gesund werden?
Die Homöopathie und andere wissenschaftlich nicht plausible Heilmethoden nutzen die starke Tendenz zu selbsttätigen Regulationsvorgängen, die auch bei schweren Krankheitsbildern gegeben ist. Im psychiatrisch-psychotherapeutischen Bereich ist Klassische Homöopathie besonders wirksam bei behandlungsbedürftigen Zuständen, die ihrer Natur nach auch unbehandelt Heilungsaussichten haben. Dazu gehören depressive Reaktionen und psychosomatische Beschwerden. Bei phobischen und Angst- oder Zwangsbeschwerden ist ein homöopathischer Behandlungsversuch nur sinnvoll, wenn er bald nach dem ersten Auftreten der Symptomatik unternommen wird. Die gründliche homöopathische Befragung ermöglicht es dem Patienten, die Gesamtheit seiner individuellen Besonderheiten als Stärken und Schwächen wahrzunehmen. Damit verbindet sich eine sachliche Aufklärung (Psychoedukation) über die allgemein menschlichen Grundlagen seines Problems. Abschließend erhält er ein homöopathisches Mittel mit dem Hinweis, dass dieses seine gesunden Kräfte unterstützen wird. Danach findet der Patient oft in kurzer Zeit wieder zurück zu einem unbeschwerteren Lebensgefühl. Ausführlich wird das homöopathische Vorgehen beschrieben in dem Buch Ähnlichkeit macht stark.
Wenn das Behandlungsergebnis nach einem überschaubaren Zeitraum unbefriedigend bleibt, sollte es darum gehen, dem Patienten die Entscheidung zu einer wissenschaftlich begründeten Behandlung zu erleichtern. Die Methode der Klassischen Homöopathie macht den Menschen auf jeden Fall gesünder. Dadurch werden ängstliche oder ideologisch festgefahrene „Chemiekritiker“ frei, den sinnvollsten Weg für sich zu nutzen. Sofern sie sich schließlich für eine Medikation entscheiden, tun sie es souverän und mit geübter Selbstwahrnehmung.

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